The Karlbauers – Fool`s Island Project

Nein, das Gewöhnliche darf man sich nicht erwarten, hört man sich durch das im Oktober erscheinende Album „Fool’s Island Project“ des Künstler-Kollektivs Rosivita und Klaus Karlbauer aka The Karlbauers durch. Allen banalen und oberflächlichen Versuchen der Interpretation der Popmusik  im weiten Bogen aus dem Wege gehend, formt sich das von Markus Moser unterstützte Zweiergespann seine eigene kunstvolle Klangwelt, die vor allem in einer immensen stilistischen Vielfalt, Eigenwilligkeit und Detailverliebtheit ihren Ausdruck findet. Was hier regiert, ist der unbedingte Wille, den eigenen Freiraum zu bewahren und der eigenen Musik Tiefgang zu verleihen. Ein wirklich beeindruckendes und fesselndes Stück Musik. Live präsentiert wird „Fool’s Island“ am 3. Oktober im Wiener WUK. mica-music austria verlost für das Konzert zwei Freikarten. Bei Interesse eine Mail an office@musicaustria.at, Betreff: The Karlbauers.

Es gibt sie erfreulicherweise immer noch. Jene spannenden popularmusikalischen Entwürfe, die wirklich noch etwas anderes zu bieten haben als das tausend Mal Gehörte und Bekannte. The Karlbauers, das um den Gitarristen und Elektroniker Markus Moser erweiterte Musikprojekt von Rosivita (Lyrics, Gesang) und Klaus Karlbauer ((Komposition/ Altklarinette/ E-Zither/ Elektronik), stellt sich als eine Art Versuch dar, den avantgardistischen Aspekt im Popkontext herauszuarbeiten und in den Vordergrund zu rücken. Sich von den üblichen Songstrukturen lösend und die großen pathetischen Gesten des Pop verzichtend, will das Künstler-Kollektiv über einen ungemein eigenständigen und kunstvollen Weg an sein Ziel zu gelangen.

Musikalisch lässt sich das Gehörte nicht wirklich in eine bestimmte stilistische Schublade stecken. Dafür agieren Rosivita und Klaus Karlbauer wie Markus Moser einfach zu sehr losgelöst von allen bekannten Begrifflichkeiten. Ihr atmosphärisch eher düster gehaltener Sound offenbart sich als einer, in dem die Grenzen zwischen den verschiedenen Spielformen quasi aufgehoben scheinen. Elemente des Pop verweben sich mit solchen des Rock, Jazz, der Klassik und Elektroakustik zu einem immens vielschichtigen und an Nuancen reichen Ganzen. Die Kunst, welche dieses ganz meisterlich beherrscht, ist jene, alles wie aus einem Guss erklingen zu lassen. Wiewohl die Kompositionen eher komplexer und herausfordernder Natur, kippen diese niemals in Sperrige. Sie berühren die Seele, lassen sie durch ihre Tiefe und Atmosphäre doch viele Bilder im Kopf des Hörers entstehen, was im Livekontext durch Videoprojektionen noch deutlich verstärkt wird.

Inhaltlich dreht sich alles um das Thema „Fremdsein“. Erzählt wird die Geschichte einer namenlosen und heimatlosen Protagonistin, welche die weite unbekannte Welt bereist und dabei die verschiedensten emotionalen Eindrücke in sich aufsaugt.

The Karlbauers liefern den eindrucksvollen Beweis, dass es in Sachen Musik im popularmusikalischen Kontext immer noch etwas Neues und Spannendes zu entdecken gibt. „Fool’s Island Project“, ist ein Stück Musik, das herausfordert und genau aufgrund dieses Aspektes auch in höchstem Maße zu begeistern weiß. (mt)

Foto The Karlbauers: Oliver Haidutschek

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